DIE ROMANTIKER PDF Drucken E-Mail
Franz Schubert (1797-1828):  4. Sinfonie, c-moll, D 417 "Die Tragische"
Ludwig van Beethoven (1770-1827):  7. Sinfonie, A-Dur, op. 92


Matinée: 16.03.2008, Foyer
Premiere: 20.03.2008, Großes Haus

Apotheose des Tanzes

Dass die sogenannte Romantik wenig "romantisch" war, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Wenn man nun den Versuch unternimmt, diese Zeit mit heutigen Bildern zu interpretieren, so werden Themen wie Wanderschaft, Einsamkeit, Individuation, aber auch Gestaltungsfreiheit eine Rolle spielen. Es sind zum Teil Gefühle, für die wir heute in unserem überterminierten Leben oft keine Zeit mehr finden. Dieser "Rückblick" sollte sich vor allem deshalb lohnen, weil wir die wirklich wichtigen, die geistvollen Dinge des Lebens nochmal betrachten.

Beethovens 7. Sinfonie ist diktiert von den Elementargewalten des Rhythmus. Die Besonderheit dieser Partitur liegt darin, wie der Rhythmus Melodie und Harmonik gleichsam aus sich hervorbringt. Der Rhythmus ist also die Idee dieser Sinfonie, die treibende Kraft und der belebende Faktor. Diese Tatsache umschrieb Richard Wagner, als er das Werk als "Apotheose des Tanzes" bezeichnete. Ungefähr vier Jahre später, am 27. April 1816, beendete Schubert das Partitur-Manuskript der 4. Sinfonie. Gehört hat er sie wohl nie. Er hat sie später selbst als "Tragische" bezeichnet. Dies, zusammen mit der Tatsache, dass sie in c-moll - der Beethoven-Tonart par excellence - komponiert ist, hat zu manchen Missverständnissen Anlass gegeben. Im Ausdruck finden sich vor allem im ersten und vierten Satz, mit ihren kraftvollen rhythmischen Konturen, Anklänge an Beethoven. Das Andante in As-Dur ist ein langsamer Satz, wie nur Schubert ihn schreiben konnte. Sanft und innig, mit einem schmerzlichen, aber sicher nicht tragischen Unterton.     

Musikalische Leitung: Gordian Teupke
Choreografie: Andris Plucis
Bühne: Marianne Hollenstein
Kostüme: Danielle Jost

 
Theater Ulm | Herbert-von-Karajan-Platz 1 | 89073 Ulm | Tel.: 0731/161-4500
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